Förderverein Wisentatalbahn e.V.

Schienenbusse der Deutschen Reichsbahn (DR) der DDR

VT 772 367 bei Langenbuch
Foto: Harald Heinrich
Schienenbusse sind Leichttriebwagen (LVT) der Baureihe 171/172 (später 772). Der Volksmund nennt sie Ferkeltaxe, Blutblase, Rüttelplatte oder Sandmännchen.
Das Baumuster entstand 1957. Die Nullserie wurde 1962 gebaut. Die Serienfertigung lief von 1963 bis 1970.
Sie können als Einzelfahrzeug, Triebwagen (VT) mit einem oder zwei Beiwagen (VB) oder zu zwei Einheiten gekuppelt eingesetzt werden. Ab 1965 stellte man auch Steuerwagen (VS) her; damit ließen sich die Wendezeiten in den Bahnhöfen verkürzen. Alle Fahrzeuge haben die gleichen Abmessungen.
Der Wagenkasten ist als selbst tragende Schweißkonstruktion ausgeführt und als Großraum gestaltet. Die Vorräume der beiden Einstiegsbereiche bieten viel Platz. Breite Fenster gewähren eine gute Rundumsicht. Die gesamte Maschinenanlage ist unterflurig angeordnet.
VT 171 056 Von 1991 bis 1996 wurden alle noch benötigten Fahrzeuge im RAW Halle technisch rekonstruiert und optisch dem seinerzeitigen Regionalbahn-Design angeglichen. Man baute MAN-Unterflurdieselmotoren und Voith-Diwa-Getriebe ein. Stoffbezogene Sitzbänke, verbesserte Beleuchtung und eine neue Beschallungsanlage sorgten für deutlich mehr Reisekomfort.
Einige dieser aufwendig modernisierten Schienenbusse setzt der Förderverein Wisentatalbahn e.V. auf seinen Sonderfahrten wieder ein.
Der Bedarf an LVT sank, als Neubaufahrzeuge zur Verfügung standen, und mit den Betriebseinstellungen auf Nebenstrecken reduzierten sich die klassischen Einsatzbereiche der Schienenbusse. In den Jahren 2003/2004 endete ihr planmäßiger Einsatz. Früher verkehrten sie im gesamten Vogtland. Zuletzt befuhren sie als Solotriebwagen die Strecke Plauen (V.) ob. Bahnhof - Schönberg - Schleiz West, bis Regiosprinter der Vogtlandbahn GmbH diese Verkehrsleistungen übernahmen.